2008 Wohnsiedlung Oberseen

Bauherrschaft: Baugesellschaft Oberseen
Auftragsart: Studienauftrag 1. Preis
Architektur: Oliver Schwarz Architekten, Oliver Schwarz
Mitarbeit: Christine Sträuli-Türcké
Ausführungsplanung: OMG Architekten AG
Bauleitung: L+B AG HGV
Leistungen: Überbauungsplan und Bauprojekt
Anlagekosten: CHF 80 Mio

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Bauingenieur Hoch-/Tiefbau:
Urech Bärtschi Maurer AG, Bauingenieure ETH/SIA/USIC
Vermessungsingenieur:
Ulrich Müller, Ing.- und Vermessungsbüro
Elektroingenieur:
Elektro-Design + Partner AG
HLKS Ingenieur:
Martin Eisenbart, Beratende Planer SBHI
Bauphysik:
Raumanzug Gmbh
Landschaftsarchitektur:
Rotzler Krebs Partner
Geologie:
AllGeol AG, Geologie, Altlasten und Umwelt
Bauingenieur Tiefbau:

Städtebauliches Konzept

Die schöne Landschaft und die wunderbare Aussicht sind unverwechselbare Qualitäten der Wohnlage 'Oberseen'. Die Vernetzung mit der Landschaft und die Sichtbeziehungen sind deshalb primäre Eigenschaften des vorgeschlagenen Siedlungs- und Gebäudekonzeptes.

Oberseen entwickelte sich in konzentrischen Kreisen um das historische Dorfzentrum. Das Projektierungsgebiet ist ein weiteres Segment dieses Wachstumsprozesses. Die neuen Wegachsen entwickeln sich radial und tangential zum Ortskern.

Eine neue Zufahrtsstrasse führt von der Ricketwilerstrasse zum vorhandenen Trassee des 'Langholzweges'. Dieser erweist sich als topografisch günstig und wird zur zentralen Erschliessungsachse im neuen Quartier ausgebaut.

Die Baufelder sind über zwei horizontal angelegte längliche Erschliessungsplätze erschlossen. Im Untergeschoss dieser Bereiche liegen die Tiefgaragen für den MIV. Ebenerdig bilden diese Aussenräume multifunkionale Gemeinschaftsflächen. Neben der Funktion als Notzufahrt, Anlieferung, Besucherverkehr, postalische Adressierung, Fuss- und Radverkehr sind sie auch Aussenräume, wo gefahrlos gespielt und gewohnt werden kann. Diese Strasse ist das Kernelemente des sozialen Lebens im Quartier.

Die Baufelder liegen parallel zu den Erschliessungsachsen und weisen unterschiedliche Bautiefen auf. Dies erlaubt eine differenzierte Gebäudetypologie, die die Gegebenheiten der Hanglage optimal ausnützt. Die seitlichen Gebäudeabstände ermöglichen vielfältige Sichtbeziehungen in der Falllinie zum Gelände.

Die leichte Hangneigung erlaubt die gestaffelte Anordnung der Gebäude, so dass alle Wohnräume über eine Fernsicht nach Südwest verfügen. Die grosszügigen Terrassen und Wohnräume sind Hauptmerkmale der Wohnsiedlung.

Freiraumkonzept

Die Bauvolumen auf den einzelnen Baufeldern sind in überschaubare Gebäudecluster gegliedert. Damit ergeben sich beim Durchschreiten der Anlage immer wieder Sichtbeziehungen zur umliegenden Landschaft. Die grossen Gebäudeabständen und die Hanglage vermitteln ein Gefühl der räumlichen Weite. Das Gelände ist mit einem lockeren Baumbestand bepflanzt.

Die vorhandenen Gartenflächen sind den einzelnen Häusern klar zugeordnet und können den individuellen Bedürfnissen entsprechend gestaltet werden. Die notwendigen Abgrenzungselemente zu den Privatbereichen bestehen aus Hecken oder Sträuchern.

Verkehrswege

Die Gemeindestrasse ist ihrer Anforderung als Träger des täglichen MIV entsprechend mit einem Asphaltbelag versehen. Bei den Wegkreuzungen mit den Fusswegen und den Erschliessungsplätzen sind im Sinne der Begegnungszone Strassenverengungen vorgesehen.

Hangseitig sind Gebäudereihen mit 3 Geschossen (teiweise mit Attika) und talseitig solche mit zwei Geschossen angeordnet. Nahezu alle Gebäude sind direkt mit der Tiefgarage verbunden. Die Gebäudetypen der ersten Reihe des Quartiers verfügen über Carports oder sind über einen Fussweg an die Einstellhalle angebunden.

Weitere Fusswege in der Fallinie zum Geländehang vervollständigen das Wegenetz. Sie sind für die Fussgänger die kürzesten Wege zum Dorfzentrum oder zur umliegenden Landschaft. Sie bieten abwechslungsreiche Varianten der Durchquerung des Quartiers.

Die Erschliessungsflächen über den Tiefgaragen sind mit kleinformatigen Natursteinplatten belegt, deren Abmessungen entsprechend den geforderten Belastbarkeiten ausgelegt sind. Die übrigen Fuss- und Velowege sind chaussiert.

Die Tiefgarage ist auch eine Ergänzung zu den Kellern der einzelnen Häuser. Neben den Autos finden Motorräder, Velos, Boote und diverse Freizeitgegenstände ihren Platz.

Gebäudetypologie

Alle Gebäude stehen auf einer eigenen Landparzelle. Jedes Gebäude besitzt ein Kellergeschoss, ein Gartengeschoss und ein oder mehrere Obergeschosse.

Eine horizontale Wohnstrasse bildet die Erschliessungsachse der einzelnen Quartiere.

Die bergseitigen meist dreigeschossigen Etagenwohnhäuser weisen ein Hochparterre auf damit die nötige Privatheit aller Wohngeschosse sichergestellt ist.

Die talseitigen meist zweigeschossigen Einfamilienhäuser werden über das Obergeschoss erschlossen. Die Wohnebene befindet sich wahlweise im Erd- oder im Obergeschoss.

Die unterschiedlichen Gebäudetypen basieren auf frei wählbaren Grundabmessungen. Die Höhenkoten der Erdgeschosse werden an der tiefsten Gebäudeecke talseitig 1.50 Meter vom gewachsenen Terrain gemessen festgelegt.

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