1998 Villa in Bülach

Auftragsart: Direktauftrag
Bauherrschaft: privat
Projektierung und Ausführungsplanung 1989
Projektentwicklung: Oliver Schwarz
Mitarbeit: Christine Sträuli-Türcké
Bauleitung: Thomas Melliger

Einfamilien-Villa Neubau, 900m2 Wohnfläche, für zwei Erwachsene, vier Kinder und ihre Wohngäste.

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Mit den grossen weissen Sonnenstoren und den innenliegenden Holzlamellenstoren lässt sich bei weit geöffneten Fenstern eine angenehme Sommerfrische einstellen.
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Die Südfassade zeigt das hohe Gartengeschoss und das mittlere Privatgeschoss mit dem Balkon. Das Obergeschoss liegt hinter der Terrassenbrüstung.
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Südwest-Ansicht.
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Nordost-Ansicht vom Ankunftsplatz. Links befindet sich die Abfahrt zur Garageneinfahrt.
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Der Haupteingang oberhalb der nördlich gelegenen Holztreppe.
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Das grosszügige Entrée liegt neben der offenen Küche. Cocktail-Empfänge nehmen hier ihren Anfang. Das Cheminée im zentralen Kubus gibt es gespiegelt auch im Wohnraum.
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Die Küche wurde in Beton konstruiert und mit hellgrauem Bodarto überzogen. Die Schubladenkorpusse sind in Edelstahl angefertigt.
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Blick von der grossen Terrasse des Obergeschosses in den Wohnraum.
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Die Terrasse des Obergeschosses überfliegt den Horizont.
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Der Wohnraum im Obergeschoss.
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Vorne die Küche, daran anschliessend der Essraum. Ein Oberlicht bringt Tageslicht in die Raummitte.
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Die Treppe vom mittleren Geschoss aus betrachtet.
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Wandscheiben unterteilen die Obergeschossfläche in Wohnbereiche. Durch das Dachfenster über dem Treppenauge fällt das Tageslicht bis zum Gartengeschoss hinab.
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Das Elternbadezimmer ist mit Siena-Marmor ausgekleidet. Feine Holzlamellenstoren sorgen für Privatheit. Das dahinter liegende Fensterglas ist satiniert.
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Eines der Gästeschlafzimmer im Gartengeschoss.
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Durch das Oberlicht fällt das Tageslicht über drei Stockwerke hinab und verleiht der Gästeküche im Gartengeschoss eine märchenhafte Stimmung.
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Hinter den Sonnenstoren ist der lange Balkon mit Staketengeländer des mittleren Geschosses sichtbar. Vor die Gästezimmer im Erdgeschoss wurden schiebbare Gittertüren angebracht.
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Der Architekt als Gast.

Die Wünsche der Familie

Grosszügigkeit und Transparenz, Repräsentanz einenteils und private Gemütlichkeit andernteils. Ein Haus mit kosmopolitischer Ausstrahlung entsprechend dem Lebensstil der Familie. Für offizielle Anlässe mit über hundert Gästen, wie für kleine private Gesellschaften, und natürlich für das alltägliche Familienleben soll das neue Haus dienen und eine angenehme, wohlfühlbare Stimmung ausstrahlen.

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Vorstellungen von Oliver Schwarz und Christine Sträuli-Türcké

Wir dachten einenteils an eine Villa im kolonialen Stil. Ein Landhaus in New Orleans, mit der typischen von Säulen getragenen Überdachung der Hauptfassade. Grosse weisse Senkrechtstoren schützen das Haus vor Hitze und schaffen eine elegante räumliche Qualität für drinnen und draussen. Ein Haus am Meer, mitten in einem Pinienhain, Wege über Sand aus Holzpaneelen. Diese Inspiration machte sich in unseren Köpfen fest.

Und das wurde daraus:

Das Haus liegt an der Hanglage mit eindrücklicher Fernsicht. Seine nach Süden sich aufgefächernde Form fügt sich elegant in die Topografie ein. Nordseitig führt die fassadenbreite Holztreppe vom strassenseitigen Vorplatz zum Haupteingang direkt ins Obergeschoss. Grosse Fichten verteilen sich über den Vorplatz und in die Holztreppe. Dem Ankommenden erscheint das Haus als ein einstöckiger Bungalow in einem lichten Föhrenwald.

Das grosszügige Entrée mit Cheminée eröffnet die Sicht in die oberste Etage. Türenlos, durch Wandscheiben unterteilt, befinden sich die Bereiche von Garderobe, Küche, Esszimmer, Lounge mit Chéminée und ein Office. Von den südlich gelegenen Räumen schweift der Blick über die hausbreite, tiefe Terrasse und noch viel weiter horizontwärts.

Drei Etagen werden durch das repräsentative Treppenhaus (mit Lift) untereinander verbunden. Durch das grosse Oberlicht über dem Treppenauge fällt das Tageslicht weit hinab und taucht das Treppenraum in eine geheimnisvolle Atmosphäre. Im der untersten Etage, dem Gartengeschoss, endet die Treppe neben der grossen Gästeküche, die unter dem Treppenauge eingerichtet ist.

Doch zuerst zum mittleren Geschoss. Es ist als Privatetage definiert. Hier gibt es einen privaten Hauseingang - seitlich an der Westfassade - mit Garderobe und Zugang zur Garage. Von der Treppe trifft man in den mittig gelegenen family room, der ohne Fenster auskommt. Es gibt Arbeitsplätze für die drei Kinder, ausgerüstet mit Computern und einer Bibliothek. Von hier gehen die Privaträume ab: Kinderzimmer mit Kinderbad, das Elternschlafzimmer mit Ankleide und Bad, ein Hauswirtschaftsraum. Die Süd-Fassade der Schlafzimmer liegt zurückversetzt unter der Terrasse. Eine angenehme Intimität zeichnet diese Zimmer aus.

Im untersten, dem Gartengeschoss, das wenige Stufen über dem Gartenterrain liegt, endet die Treppe neben der Gästeküche. Dieses Geschoss besitzt eine Raumhöhe von vier Meter. Von hier erschliesst sich der nordseitig in den Hang gebaute Weinkeller. Zentral und südseitig, breitet sich der grosse Billard- und Livingroom mit Cheminée aus, flankiert von zwei Raumabfolgen mit je einem Gästezimmer, Gästebad, und Nebenräumen wie Haustechnik und Vorratskeller. Die Gästezimmer verfügen über einen direkten Zugang zum Garten mit Swimmingpool.

Entsprechend der grossen nordseitigen Freitreppe führen südseitig drei holzbeplankte Stufen hinab auf das Gartendeck, in dessen Mitte der Swimmingpool liegt. So verhält sich der Garten eher als ein Schiffsdeck denn als grüne Oase. Die Möblierung des Holzplankendecks und die Liegen, Sessel, Tische und Bänke aus Massivholz geben ein monochromes Bild ab, das die Grossflächigkeit der Südfassade ideal ergänzt.

Die vier Fassadenseiten des Hauses sind mit Holzpaneelen verkleidet und weiss lackiert. Die Holzfensterrahmen desgleichen. Es gibt keine Wetterstoren an den Fenstern, dafür aber innenliegende Holzlamellenstoren. Als südseitigen Sonnenschutz dienen die senkrechten, weissen Stoffstoren, welche das mittlere und das Gartengeschoss effizient beschatten.

In den Innenräumen sind für die Böden Lärchenholz-Landhausdielen mit hellgrauem, schimmerndem Bodarto kombiniert. Anders in den Räumen Entrée, Gästeküche und Weinkeller, wo mit vietnamesischen Zementfliesen ‚farbige Teppiche‘ ausgelegt sind. Im Kinderbad wurden die Nassbereiche mit gelbem Bodarto gearbeitet, die Wände sind im gleichen Farbton gestrichen. Für das Elternbad fiel die Entscheidung auf eine Oberflächenverkleidung aus weiss-grauem Siena-Marmor. Generell sind Wände und Decken mit Stucco venetiano in hellem Grau gearbeitet. Dieser wurde exakt auf den Bodenbelag und das Coriangrau der Küchenabdeckung abgestimmt. Die Kücheneinbauten sind in Beton konstruiert und mit Bodarto überzogen. Einzelne Elemente aus Edelstahl wurden dazu angefertigt.

Christine Sträuli-Türcké 2016

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