2014 Regionales Biowein-Handelszentrum

Auftraggeber:
Ein Schweizer Biowein-Versandhaus
Architekten:
osmb Architekten AG
Projektentwicklung:
Oliver Schwarz, Christine Sträuli-Türcké

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Fassaden-Collage
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Materialien für die Fassaden: Roter Backstein, grobkörniger, poröser Beton.
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Links: Das Biowein-Handelszentrum (rot) im Schwarzplan. Rechts: Das Biowein-Handelszentrum auf seiner Parzelle.
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Oben: Längsschnitt durch Gebäude und Umgebung. Mitte: Grundriss Erdgeschoss des Biowein-Handelszentrums. Unten: Grundriss Erd-Untergeschoss mit Hauswart-Wohnung und Atelier/Werkstatt.
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Oben: Einfahrt, Hof und Eingangsbereich zum Biowein-Handelszentrum an der Kantonsstrasse. Mitte: Das Gebäude im abfallenden Terrain. Unten: Die zweigeschossige Gebäude-Rückseite.
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Links: Gebäude-Querschnitt, rechts: Prinzip Gebäudeklima

Das Biowein-Versandhaus

Bio, Recycling, Ökologie gelten als oberste Gebote der Firma, dafür wurde sie bekannt und angesehen. Ihr Verkaufsprinzip ist der Biowein-Versandhandel. Von ihren regionalen Weinhandelszentren aus wird die Kundschaft mit Bioweinen und mit Bio-Delikatessen beliefert.
Firmeneigene Weinhandelszentren existieren bereits in verschiedenen Schweizer Kantonen. Der Kundschaft soll auch die Möglichkeit geboten werden, ihr regionales Weinhandelszentrum aufzusuchen um dort Lieferkartons und Weinflaschen abzuliefern und einzukaufen. Weindegustationen, Sonntagsbuffets und andere Veranstaltungen werden ebenfalls angeboten. Aus diesem Architekturwettbewerb soll das neue Weinhandelszentrum für den Kanton Zürich hervorgehen.

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Ein Schneckenhaus

Der übergrosse Backsteinkamin ist bereits von weitem sichtbar. Könnte eventuell eine alte Schmiede dem Gewerbeboom noch standgehalten haben?
Vom Trottoir der Kantonsstrasse mit Bushaltestelle ausgehend eröffnet ein grosszügiger Schotterkiesplatz unter schattenspendenden Akazien den Eingangsbereich zum neuen Weinhandelszentrum bei Pfäffikon im Kanton Zürich. Dem Besucher mag das Pultdachgebäude zuerst als ein landwirtschaftliches Nutzgebäude vorkommen. Beim Nähertreten wird jedoch die kultivierte Gestaltung dieses Hauses sichtbar. Das grosse Holzschiebetor ist zur Seite gerollt, die Glastüren des Eingangsbereiches laden ein einzutreten und Entdeckungen zu machen.

Metapher zum ökologischen Weinanbau

Aus reziklierten Backsteinen sind die dicken Aussenwände des Hauses gemacht. Diese zeigen sich stellenweise auch in den zu Nestern und Muster vermauerten Backstein-Bruchstücken. Da steht nun zwischen den zwei benachbarten Grossgewerbebauten dieses Hausgebilde von tatsächlich archaischer Bauweise. Ein Haus das von handwerklich überragender Könnerschaft erzählt und keine Zeitangabe macht. Als Schmuckelemente finden sich im Mauerwerk vereinzelt übergrosse, aus rauem Beton gegossene Weinberg-Schneckenhäuser.

Im Gebäude

Der Gebäudeeingang führt in einen über zwei Geschosse hohen Wintergarten. Je nach Jahreszeiten und Veranstaltungskalender unterschiedlich wird seine Nutzung sein. Der grosse Backsteinkamin bildet in diesem Raum den Ankerpunkt. Die Eintreffenden werden in Nieselregentagen von einem knisternden Kaminfeuer empfangen. Die Kaffee- und Weinbar leitet zum grossen Verkaufsraum über. Hier befinden sich die Weinregale und Inseln für weitere Bioprodukte.
Das Untergeschoss steht als grosse Atelierfläche mit eigener Infrastruktur und einem eigenen Eingang auch für separate Nutzungen bereit. Ebenfalls auf dieser Ebene - über Terrain - befindet sich die nach Süd-Westen ausgerichtete Wohnung des Hausmeisters.
Soviel zu unserer Projektvision.

Aufgabe und Bedingungen

Wir befinden uns in der Gewerbezone bei Pfäffikon ZH. Die Kopfseite der langen und schmalen Bauparzelle liegt direkt an der Kantonsstrasse. Sie wird von zwei Parzellen mit grossen Aglomerations-Gewerbebauten flankiert.

Der Biowein-Handelsunternehmer führt uns bereits in die dritte Wettbewerbsrunde. Er verlangt für diesen Standort nach einem kostengünstigen, innovativen und kreativen Wurf auf der Basis ökologischer Bauweise.

Eine alternative Hausbautechnik

Das Gebäude sollte sein inneres Klima selbsttätig generieren. Die von Kieskoffern ausgehenden, massiven Backstein-Aussenwände werden nach innen durch eine zweiten Wand aus Holz, deren Abstand 15cm zur Aussenwand beträgt, ergänzt. Der vollverglaste Pultdachstock und der Schotterkoffer im Erdreich bilden die Klimakammern. Die Luft zirkuliert und reguliert die innere Raumtemperatur im Kreislauf über die Wandzwischenräume, den Dachraum und durch das Erdreich.

Die Wettbewerbsentscheidung

Von über hundert Wettbewerbsteilnehmern bleiben schlussendlich noch zwei beteiligte Architekturbüros übrig. Zwischen den beiden Projektabgaben der dritten Stufe wird kein Gewinnerprojekt erkoren, denn das Biowein-Handelsunternehmen verabschiedet sich zu diesem Zeitpunkt vom Bau weiterer regionaler Weinhandlungszentren um eine andere Verkaufsstrategie zu verfolgen. Christine Sträuli-Türcké

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