2003 Haus in Greifensee

Auftragsart: Direktauftrag
Bauherrschaft: Brigitte und Walter Ulmann Häcki
Projektierung und Ausführungsplanung:
Oliver Schwarz Architekten
Bauleitung: Walter Ulmann
Mitarbeit: Christine Sträuli Türcké
Landschaftsarchitekten: Ryffel + Ryffel
Anlagekosten: CHF 0.8 Mio.

pdf

149
Südwest-Ansicht
148
Die skulpturale Qualität des Einfamilienhauses im typischen 70er-Jahre-Stil kommt nach der Renovation richtig zum Vorschein. Die neuen Fenster verfeinern das Fassadenbild.
440
Von aussen fast unsichtbar: Die sich im Süddach befindende Dachterrasse wurde vergrössert. Sie bringt viel Licht und Aussenraumqualität ins Obergeschoss.
441
Neue Holzrahmenfenster und feine Lamellenstoren bringen dem Wohnraum Licht und Leichtigkeit.
151
Das Erdgeschoss umringt das zentrale Treppenhaus. Die Linie zwischen schwarzen und weissen Wandanteilen dient - bei unterschiedlichen Boden- und Deckenhöhen - als optische Mitte.
154
Zwei Treppenstufen führen vom Wohnraum in die offene Küche. Am Boden sind breite Lärchendielen verlegt.
155
In die Nische wurde ein Sofa-Podest eingebaut.
153
Die Räume im Erdgeschoss fliessen ineinander über. Tageslicht aus drei Richtungen macht die Küche zum angenehmenen Wohnraum. Im Cheminée auf Arbeitshöhe wird oft gekocht.
152

Burg von einem Haus

Brigitte ist Köchin von Beruf, Walter ist Stadtplaner. Ihre zwei Kinder stehen am Anfang ihres Studiums und wohnen zuhause. Brigitte und Walter haben ein heruntergekommenes Haus aus den 70er-Jahren gekauft. Ausschlaggebend für den Kauf war vor allem der parkähnliche Umschwung mit dem altem Baumbestand in der ruhigen, dem See nahen Wohngegend. Walter und Brigitte erkennen aber auch den verborgenen Charme, und vor allem die räumlichen Qualitäten des Hauses. Die beiden entscheiden sich gegen einen Abbruch und für die Totalrenovation des Hauses. Für diese Arbeit wird Oliver Schwarz - in Zusammenarbeit mit Christine Sträuli Türcké - beauftragt. Für die Neuplanung des Gartens zeichnen Ryffel+Ryffel Landschaftsarchitekten.

Weiterlesen...

Die gekonnte Platzierung des Hauses im bewegten Gelände und die Staffelung des Gebäudes in sich sind Qualitäten, die mit dem strahlend weissen Anstrich und den neuen, grosszügigeren Fenstern erst jetzt richtig zur Geltung kommen. Expressiv zeigt sich die markante 70er-Jahre Formgebung mit dem pfeilscharfen Pultdach, den Rundungen und schrägen Mauern als eine Art Wohnburg.
Von aussen kaum erkennbar ist die Vergrösserung des Dacheinschnittes im Obergeschoss zu einer grosszügigen Terrasse. Von hier aus kann der Greifensee überblickt werden.

Die Küche ist für die ganze Familie der zentrale Ort, und die Behauptung ist nicht übertrieben, dass Brigitte auch zuhause nonstop etwas am Kochen hat. Neben ihrer Arbeit liebt sie es, den Haushalt in Schwung zu halten und zu kultivieren. Ihre Tätigkeiten spielen sich vorwiegend im Erdegeschoss ab, dies gilt es zu berücksichtigen. Walters Arbeitsplatz befindet sich auf der Galerie im Obergeschoss. Die Innenarchitektur ist zeitgemäss und berücksichtigt das 70er-Jahre-Erbe des Hauses nicht weiter. Die Enge im Innern des Erdgeschosses weicht einer totalen Raumöffnung rund um das zentral gelegene Treppenhaus. Neu entsteht ein offener Grundriss mit den
Zonen Entrée, Garderobe, dem grossen Küchen- und Essbereich sowie dem Wohnraum. Im Bereich Entrée trennt eine neu gesetzte Wand den Hauswirtschaftsraum ab. Nach dem Umbau trifft das Tageslicht von Norden, Osten und Süden bis ins Zentrum des Erdgeschosses.
Im Obergeschoss werden die Räumlichkeiten entsprechend den Bedürfnissen der Familie neu angeordnet und ausgestattet.

Inspiriert von der lebhaften Herzlichkeit der Familie und Brigittes Hang zu grossbürgerlicher
Stattlichkeit, entsteht ein ausdrucksstarkes Material- und Farbkonzept. Im ganzen Haus werden breite Lärchenholzdielen verlegt. Um das Raumgefüge mit den verschiedenen Niveau- und Raumhöhen rund um den Treppenblock zu strukturieren, werden die Wände, einem Wasserpegel gleich, bis zum Fussboden mit samtschwarzem Stucco venetiano versehen. Die Wände oberhalb des Stuccos und sämtliche Decken sind weiss lackiert.

In der Küche befindet sich, anschliessend an die Arbeitsfläche, das grosse, aus schwarzem Stahlblech gearbeitete Chéminée. Es ist als Kochstelle konzipiert und kann vom Esstisch wie auch vom Wohnzimmer aus gesehen werden.

©2019 OSMB Architekten AG, Impressum
top