2014 Bollwerk Eglisau

2014 Bollwerk Eglisau
Bauherrschaft: Politische Gemeinde Eglisau
Auftragsart: Wettbewerb erster Preis
Projektierung, Ausführung: 2012-14
Leistungen: Generalplanung und Ausführung:
Oliver Schwarz Architekten, Oliver Schwarz
Matthias Brun, Christine Sträuli-Türcké
Bauleitung: Thomas Melliger
Anlagekosten: CHF 8 Mio.

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Situationsplan Altstadt Eglisau.
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Die südseitige Bollwerk-Hauptfassade mit zwei Ladengeschäften im Erdgeschoss. Der Eingang zur Erschliessung zu den zwei Wohngeschossen liegt in der Fassadenmitte.
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Über Eck (Südost) stellt das grosse Atelierfenster den Bezug zum Törliplatz her.
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Der Grundriss Erdgeschoss zeigt die beiden Ladenflächen (Süden) mit der dazwischen liegenden Erschliessung. Die Ein-/Ausfahrt zum öffentlichen Parkhaus Bollwerk erfolgt von Westen (links).
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Ostfassade. Hinter der Stützmauer befindet sich die Mieter-Parkgarage (rechts im Bild).
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Nordseitig gibt es einen grossen, mit Pflanzbeeten und Zierapfelbäumen gestalteten Gartenplatz für die Bollwerk-Bewohner. Unter der Arkade befinden sich die Wohnungseingänge.
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Der nordseitige Laubengang im 2. Obergeschoss.
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Die Erschliessungstreppe führt vom EG zum öffentlichen Parkhaus (Halbgeschoss, links) und weiter zu den Wohngeschossen.
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Der Grundriss des 1. Obergeschosses zeigt den Nordgarten. Mittig die Gebäudeerschliessung, links und rechts davon je eine 3,5- und eine 4,5 Zimmerwohnung.
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Grundriss des 2. Obergeschosses mit mittiger Gebäudeerschliessung, links und rechts davon je eine 3,5- und 4,5 Zimmerwohnung.
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4,5 Zimmerwohnung im 2. Obergeschoss mit Süd-Ost-Nord-Ausrichtung. Die Deckenhöhe beträgt teilweise 3.20m, hier im Bereich Kochen und Wohnen.
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Der Arbeitsbereich der Küche. Das grosse Kreuzfenster lässt viel Morgenlicht in den Raum.
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Gemauerte Seitenwangen rahmen die Serien-Küchenelemente ein und schaffen im Zusammenspiel mit dem Wandfliesenspiegel im hohen Raum den Eindruck von beständiger Wohntradition.
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Wohnraum der Südost-Wohnung im 2. Obergeschoss.
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Ein nachbarschaftlicher Blick zum Gegenüber des Gemeindehauses, dessen rote Fassade in das Farbkonzept der Bollwerk-Wohnungen einbezogen wurde.
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Die sichtbaren Dachbalken/Ziegeluntersichten über den Wohnungsterrassen im 2. OG sind eine Reminiszenz an die Eglisauer Altstadthäuser.
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Ausblick von der Südwest-Terrasse (4,5 Zi-W) in die Dachlandschaft der Städtlihäuser am Törliplatz/Viehmarkt.
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Privatzimmer mit Kreuzfenster und Terrassenzugang.
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Blick von der Terrasse in die 4,5 Zi-Wohnung mit Ausrichtung Südwesten.
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Nordwest-Zimmer mit Aussicht auf pitoreske Riegelhausdächer.
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Bereit zum Kundenausbau: Das grössere der beiden Ladengeschäfte verfügt über 68m2 Verkaufsfläche und zusätzliche Kellerräume. Die Raumhöhe beträgt 3.67m.
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Von einem Blumengeschäft reserviert und bereit zum Innenausbau: Ladenlokal am Viehmarkt, Verkaufsfläche 55m2, Raumhöhe 3.30m-3.67m.

Fachplaner

Bauingenieur:
Suisseplan Ingenieure, Jürg Egli, Matthias Bachmann
Tiefbauingenieur:
Suisseplan Ingenieure: Thomas Schneebeli
Elektroingenieur:
GODE AG, Gianni B. Tarzia
HLKK- Ingenieur:
Ingenieurbüro für Energie- und Umwelttechnik, Daniel Heinrich
Geologe:
Dr. von Moos AG, Geotechnisches Büro
Holzbauingenieur:
IHT Rafz Ingenieur Holzbau und Holzbautechnik, Markus Zimmermann
Freiraumplanung:
Ryffel + Ryffel Landschaftsarchitekten, Thomas Ryffel

Das Bollwerk von Eglisau

Das Areal des Bollwerks beginnt am westlichen Eingang zur Altstadt von Eglisau, dem Viehmarkt, und reicht bis zum östlich gelegenden Törliplatz. Ab der südlichen Obergass steigt das Gelände Richtung Norden, zu den Privathäusern und den Rebhängen hinauf, steil an.

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Der Gestaltungsplan des Areals Bollwerk umfasst: Neubau des freistehenden Geschäfts- und Wohnhauses Bollwerk mit öffentlichem Parkhaus. Dazu gehört die Umgebung des Bollwerk-Gebäudes: Viehmarkt (Westen), Obergass (Süden), Törliplatz (Osten, Teilbereich), Stadtgraben (Osten), Bollwerkstrasse (Zufahrt zu nördlich gelegenen Privathäusern mit Planung neuer Privatgaragen, und öffentlichem Rebbergsteig).

Das neue Bollwerk erschliesst jetzt durch seine Positionierung einen grosszügigen öffentlichen Raum. Viehmarkt, Obergass und Törliplatz verbinden sich zum zentralen Freiraum. Das in den 1950er-Jahren im hiostorischen Altstadtkern errichtete Gemeindehaus erweist sich volumetrisch wie architektonisch als reelles, ansehnliches Gebäude, an dessen Fassadenflucht und Traufhöhe sich das höher gelegene Bollwerk orientiert. Auch die Arkade wird am Bollwerk fortgesetzt. An der von Westen nach Osten abschüssigen Obergass liegend, variert die Höhe des Bollwerk-Sockelgeschosses: Gebäudeintern ergibt das einen Höhenunterschied von einem ganzen Geschoss. Am Viehmarkt befindet sich die ebenerdige Einfahrt zum öffentlichen Parkhaus in der Westfassade des Bollwerk-Gebäudes, am Stadtgraben führt die ebenerdige Einfahrt zur Mieter-Parkgarage durch die neue Stützmauer.

Arkade-mittig befindet sich der Haupteingang zur internen Erschliessung (Zugänge zu den Läden, Treppe/Lift zu den Parkgaragen, Keller; Mietwohnungen im 1. und 2.
Obergeschoss). Linkerhand des Haupteinganges befindet sich der Zugang zum kleineren, introvertierteren Ladenlokal. Rechterhand erschliesst der Eingang ein Ladenlokal, das gut auch als Café, mit Aussensitzplätzen unter der Arkade, Verwendung finden könnte.

Die Betonmauern des Sockelgeschosses (West- Süd- und Ostfassade) sind gestockt. Deren rustikale Herbheit bilden einen kontrastreichen Hintergrund zu den weissen Arkadenstützen, Fenster- und Türrahmen. Das mittig an die Arkadenwand tapezierte Wandbild folgt der Tradition von Wandbildern, wie man sie an den Altstadthäusern in verschiedenster Form antrifft. Das Schwarzweiss-Bild (Copyright Hannes Binder) schliesst die Hauseingangstüre, den Briefkasten und die Fenster mit ein - um ein Unikat am Bollwerk zu sein. Pendelleuchten schmücken die Arkade und setzen bei Bedarf die ganze Südfassade in ein stimmungsvolles Licht.

Über den Betonmauern des Erdgeschosses wechseln die Materialien: Die strukturierte Putzoberfläche, eine Kombination von Besenstrich und Glattputz, und der hydrophobierende Farbanstrich lassen die Oberfläche substantiell und kraftvoll erscheinen. Im erdig-dunklen Grundton der Wände treten die unterschiedlichen Fenstertypen kontrastreich hervor. Nordseitig in den Laubengängen bilden Fenster und Türen ein einfaches, pragmatisches Schema. Südseitig, hinter den Terrassenbrüstungen, von aussen kaum erkennbar, reihen sich, pro Wohnung individuell angeordnet, Fenster und Türen in verschiedenen Formaten nebeneinander.

Die von weissen Rundstützen rhytmisierte Südfassade (im 2. OG sind es Lärchenholzstützen) wird von den Terrassengeländern horizontal überlagert. Ein Beinahe-Gleichgewicht zugunsten der Stützen sollte erreicht werden. Das Metallgeländer erfüllt die Aufgabe, mittels zusätzlicher Holzbeplankung, mehr oder weniger Transparenz zuzulassen. Die aussenliegenden Terrassen der Eck-Wohnungen wurden mit holzbeplankten Geländern ausgestattet. Im mittleren Bereich der Südfassade sind die reinen Metallgeländer belassen.
Auf der Nordseite im Laubengang des 2. Obergeschosses wurde das reine Metallgeländer angewendet.

Die weiss lackierten Betonstützen der Nord- und Südfassade finden im zweiten Obergeschoss ihre Forsetzung als massive Lärchenholzstützen. Im Laubengang und den Terrassen des 2. Obergeschosses sind die Holzdachbalken und die Ziegellage sichtbar. Man befindet sich unter dem Dach und blickt von den Süd-Terrassen an und über die Dächer der Altstadt von Eglisau. Das grosse Satteldach des Bollwerks ist von technischem Zubehör freigehalten und mit lachsroten Flachziegeln eingedeckt.
Christine Sträuli-Türcké 2016

Im Bollwerk-Gebäude:

Öffentliches Parkhaus
2 Ladenlokale
8 Mietwohnungen mit Mieter-Parkhaus

Im- und um das Areal Bollwerk:

Neubau sep. Velokeller-Gebäude westlich vom Bollwerk
Planung Einfahrt in das öffentliche Parkhaus am Viehmarkt
Planung Gestaltung grosser Platz vor dem Bollwerk
Neubau Stützmauer am Stadtgraben mit darüber führender Strasse
Neubau Bollwerksteig
Neubau 4 Privatgaragen oberhalb des Bollwerks

©2019 OSMB Architekten AG, Impressum
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