2016 Bahnhofplatz und Bushof Buchs

Auftraggeber: Gemeinde Buchs SG
Auftragsart: Studienauftrag 1. Preis 2013
Architektur: OSMB Architekten AG
Leistungen: Vorprojekt als Generalplaner
Bauprojekt, Ausführungsplanung und Realisierung
Realisierung: 2016-2018
Anlagekosten: 10,7 Mio

735
723
727
734
726
728
725
729
724
731
730
732
664

Planungsteam:

Architekten: OSMB Architekten AG
Kostenplaner: Bau-Data AG Buchs
Freiraum: Kuhn Landschaftsarchitekten GmbH, Zürich
Verkehrsplanung: ASA AG Rapperswil-Jona 
Ingenieur Hochbau: Conzett Bronzini Partner AG Chur
Ingenieur Tiefbau, Bauleitung Tiefbau, Wasserbau:
Bänziger + Partner AG Buchs / Oberriet
Lichtplanung: Art Light GmbH St. Gallen
Elektroplanung: Inelplan AG Buchs
Bauleitung Hochbau: Bau-Control AG Buchs

Entwicklungsgebiet Bahnhofareal

Das Stadtbild von Buchs wird geprägt durch sein grosses Geleisefeld und die angrenzenden Areale für den Güterumschlag. Mit der Öffnung der innereuropäischen Grenzen und der Verlagerung des Güterverkehrs auf die Strasse werden diese innerstädtischen Areale frei und bieten die Möglichkeit für eine weitere Nutzung. Für die erste Etappe der Entwicklung des Areals zwischen Langäulistrasse und Bahnhofstrasse hat die Stadt Buchs zusammen mit der SBB 2012 einen Studienauftrag durchgeführt.

Als erster Schritt dieser Planung wird nun durch die Stadt Buchs der neue Bahnhofplatz und der Bushof realisiert. Die Stadt Buchs hat sich durch den Erwerb des freigewordenen Postgebäudes vor dem Bahnhofplatz die Chance gesichert, einen grosszügigen Bushof zu errichten. Die weiteren Areale der Studie, ein Kongresshotel am Bahnhofplatz und die Wohnsiedlung nördlich davon, werden in separaten Aufträgen weiterentwickelt.

Weiterlesen...

Städtebau und Freiraum

Der grosszügige Bahnhofplatz verbindet als städtischer Freiraum das Zentrum von Buchs mit dem nördlichen Entwicklungsareal. Gegenüber der Kante des Aufnahmegebäudes bildet der Grünraum des Giessen einen landschaftlichen Abschluss. Das zentrale Dach des Bushofes ist sowohl Umsteigepunkt zu den Bussen, als auch ein Pavillon im Park.
Vom Durchgangsverkehr befreit, kann der Bahnhofplatz von den Fussgängern über die ganze Länge betreten werden. Die einheitliche Gestaltung von Businsel und Fahrbahn grenzen den Bahnhofplatz von den zuführenden Strassenflächen ab. Zwei Themen definieren die Platzgestaltung. Das lineare Element der Baumallee entlang dem Bahnhofgebäuden wird überlagert mit der freien Bepflanzung des Grünraumes entlang des Giessen. Der Giessen erhält auf dem Bahnhofplatz die im gebührende Präsenz und wird als wichtiges landschaftliches Element in Buchs gestärkt. Die begrünten Böschungen werden neu gestaltet, teilweise erweitert und mit Sitzelementen akzentuiert. Die baumbestandene Kiesfläche ist ein neuer Aufenthaltsbereich am Bahnhof. Der Fussweg entlang dem Bach wird gegen Norden und mit dem bestehenden Wegnetz verbunden.
Der Busbahnhof ist über seine ganze Länge überdacht. Eine filigrane Betonstruktur wird von vier Stützenbündeln gehalten, über denen je ein zentrales Oblicht liegt. Der Zugang vom Bahnhof führt mittig auf die Businsel, deren Breite komfortable Verhältnisse für wartende und umsteigende Passagiere gewährleistet.
Die spezielle Form des Bahnhofplatzes mit seiner Verengung gegen Süden führt dazu, dass bei der Einfahrt von Seite Bahnhofstrasse der Uferbereich des Giessen zugunsten der Platzfläche erweitert werden muss. Eine neue Stützmauer ermöglich eine Verbreiterung der Trottoirfläche, und bietet somit für alle Verkehrsteilnehmer, Fussgänger, Velofahrer, MIV und Busse genug Spielraum.

Verkehrskonzept

Damit die neu organisierte und gestaltete Drehscheibe des öffentlichen Verkehrs sicher funktionieren kann, wird die Durchfahrt beim Bahnhofplatz für den motorisierten Individualverkehr unterbunden. Lediglich die Fahrzeuge des öffentlichen Verkehrs fahren den kompakt organisierten Bushof aus Norden und Süden an. Sämtliche sieben Busstandplätze können autonom betrieben werden. Die Kundschaft profitiert von direkten Umsteigebeziehungen und einer guten Orientierung auf dem Bahnhofplatz. Damit die Busse aus Süden möglichst störungsfrei an ihre Haltestellen gelangen, wird in der Erschliessungskonzeption eine separate Busspur bereitgestellt.
Baulich geschützte Mittelstreifen zwischen den Fahrspuren gewährleisten sichere Arealzugänge für den Fuss- und Veloverkehr im Bereich der südlichen Ein-/Ausfahrt. Das Angebot an Veloabstellplätzen verbessert sich mit diesem Projekt qualitativ und quantitativ. Nebst den beiden neuen Veloabstellanlagen nördlich und südlich des Areals wird die zentrale, bestehende Anlage aufgewertet. Gleichzeitigt berücksichtigt das Projekt die Option einer bewachten Velostation.

Direkt vor der Post und dem Swisscom-Shop stehen der motorisierten Kundschaft dreizehn komfortable Längsparkplätze zur Verfügung. Das Angebot an öffentlichen Kurzzeitparkplätzen wird mit sechs weiteren Parkplätzen südlich der Fuss-/Velounterführung sowie mit einem zentralen Parkplatz nördlich des Bushofes ergänzt. Für mobilitätseingeschränkte Personen stehen an verkehrsgünstiger Lage zwei spezifische Parkplätze bereit. An prominenter Position, nördlich des zentralen Personenaufgangs, ist die Taxivorfahrt mit fünf Standplätzen organisiert. Gut einsehbar können die Taxichauffeure ihre Kundschaft in Empfang nehmen.
Die Verkehrskonzeption am neuen Bahnhofplatz von Buchs berücksichtig die unterschiedlichen Ansprüche der Verkehrsteilnehmenden ausgewogen und auf den Ort bezogen massgeschneidert.

©2019 OSMB Architekten AG, Impressum
top